Erst einmal muss ich meinen Frust ein wenig Luft machen.
Aus organisatorischen Gründen war die Platzzahl auf 14 Personen beschränkt. Sehr schnell waren alle Plätze besetzt, und ich musste einigen Tauchern leider eine Absage erteilen. Den Tauchern die nicht mitkommen konnten, versprach ich, mich zu melden sollten noch Plätze frei werden. Da sich bei mir als Organisator keiner abgemeldet hatte, konnte ich auch keine zusätzlichen Taucher mehr mitnehmen. Den Rest könnt Ihr Euch sicher denken, gerade mal 9 Personen fanden sich im Grünfeld ein.
Die KLL macht sich die Mühe und transportiert extra für den Tauchclub zusätzlich zwei Busse mit einer spez. Gondel auf 1860 MüM. Weiter werden zwei Fahrer und eine ausserplanmässige Gondelfahrt organisiert, um alle Taucher mit Gepäck zu transportieren, und dann so. Jeder kann sich ausmalen wie mir zu mute war. Schluss und abgehakt, aber es gibt Anlass zum Denken.

Die unendliche Geschichte mit dem Scheisswetter in der Schweiz. Wieder einmal an einem verregneten, kalten Samstag machten sich neun unzerstörbare Taucher auf den Weg ins Glarnerland. Pünktlich um 9.30 konnten wir unser Tauchgepäck in die Gondel der KLL umladen, anschliessend gondelten wir durch stockdicken Nebel auf 1860 MüM. An der Bergstation Kalktrittli angekommen, warteten auch schon drei VW Busse auf uns.
Nachdem alles umgeladen war, fuhren wir durch den 3 Km langen Zugangsstollen. Als wir wieder das Tageslicht erblickten, erwartete uns eine wunderschöne und eindrückliche Bergwelt. Ein spektakuläres Naturschauspiel konnte an der Staumauer beobachtet werden. Der Nebel wurde vom Tal hochgedrückt und wurde an der Staumauer zurückgeworfen, und bildete eine riesige Nebelwalze.

Es regnete zwar nicht auf dieser Höhe, dennoch zogen wir es vor in einem alten Transformer-Haus, das für uns aufgesperrt wurde, unser Lager aufzuschlagen. Tauchgerödel abladen und ab ins Wasser. Aber ohje, ohje, Null-Sicht und so musste der Tauchgang leider frühzeitig abgebrochen werden. Alle nahmen es gelassen und machten Witze über das Erlebte und Gesehene. Peter hatte ein Techtelmechtel mit einer echten Bergsee-Jungfrau, Migi beobachtete Mantas beim Liebesakt usw., usw. Ich meinerseits konnte leider an keinem solchen spektakulären Naturschauspiel teilhaben, stellte jedoch fest das die Bergkorallen und das ganze Riff mit Dornenkronen übersäht war, und schon sehr in Mitleidenschaft gezogen war.

Beim gemütlichen Grillen im Transformer-Haus, gesellten sich noch einige Wanderer zu uns. Nach einigen nicht allzu ernst gemeinten Sticheleien, kamen wir zum Schluss: Taucher mit Null-Sicht ist gleich verschissen wie Wanderer mit Wurst im Rucksack ohne Grill und Holzkohle. Unser Tipp des Tages an die Wanderer „lueg wo Baumgränze isch“. Wir haben deshalb einen Kompromiss geschlossen. Sie versicherten uns nächstes mal für klares Wasser zu sorgen, wenn sie unseren Grill benützen dürften.

Als alles wieder auf dem Bus verstaut war machten wir uns auf Richtung Staumauer. Diese ist nur durch einen Nebenstollen erreichbar, also parkierten wir den Bus kurzerhand im Zugangsstollen. Wir sind ja Taucher und keine Wanderer ! Nach einer Begehung und Inspektion ( Migi: alles io. kann stehen bleiben) der über 150 Meter hohen Staumauer machten wir uns auf den Rückweg.

Im Tal machten wir noch einen Halt in der „Hütten“ und tranken eins, zwei ?? Hüttenkaffee. Ich glaube es war doch ein schöner und fröhlicher Samstag mit netten und aufgestellten Leuten, obwohl uns Neptun ein wenig im Stich gelassen hat.

Felix