Sonntag, 22. Mai 2016

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Bereits 21°C am Morgen um 09:45 – wir hatten perfektes Wetter gebucht für einen Tauchgang an die legendäre JURA im Bodensee!

Die JURA war ein Glattdeck-Schaufelraddampfer in Holzbauweise, der für den Schiffsverkehr auf dem Neuenburgersee gebaut, nach siebenjähriger Dienstzeit an den Bodensee verkauft wurde und 1864 nach einer Kollision mit der Stadt Zürich sank.

Im Februar 1953 entdeckte Ludwig Hain vor Bottighofen auf der Suche nach einem im Zweiten Weltkrieg abgestürzten Flugzeug das Wrack auf ca. 39 Meter Tiefe. Danach ging das Wrack wieder in Vergessenheit, bis es 1976 von Hans Gerber wiederentdeckt wurde. Das inzwischen bei Tauchern als bekanntestes Süßwasserwrack Europas geltende Schiff steht nahezu eben auf dem Kiel auf dem Seegrund.

Da man das Wrack nur per Boot erreichen kann, buchten wir bei einem Anbieter unsere Ausfahrt, welche auf 12.00 Uhr angesagt war. Im Schatten der Autos und Bäume bautet wir gemütlich unsere Ausrüstungen zusammen. Kurz nach 12 Uhr legten wir ab und Kapitän Chris steuert eine rote Boje mitten im See an, welche wir nach kurzer Fahrt erreichen. Beim Briefing erzählt er uns, dass die Gruppe vorher der Meinung war, die Sicht sei nicht so gut. Offensichtlich hat ein Teil der Gruppe das Wrack nicht mal gefunden… Wir entschieden das selber herauszufinden und tauchten kurze Zeit später dem Ankerseil entlang dem Grund entgegen… Unten angekommen war die JURA bereits “in Griffnähe” und wir stellten fest, dass die Sicht gar nicht so übel war! Offensichtlich sind wir uns anderes gewohnt als die Gruppe vorher… 🙂

Item, wir wollten auf der Tiefe keine Zeit verlieren und möglichst viel von Wrack sehen. Also starteten wir mit unseren Teams die Erkundung des Oberdecks. Obwohl das Wrack schon einige Jahre auf dem Buckel hat und langsam zerfällt, erkennt man noch immer die eindrücklichen Dimensionen sowie unzählige Details. Es hätte noch viel mehr zu sehen gegeben, aber wir mussten uns rechtzeitig an den Aufstieg machen. Am Ankerseil trafen sich unsere anderen Tauchteams und nach rund 40 Minunten waren alle wieder an Bord. Und alle waren der Meinung: Ein super Tauchgang!

Da es mittlerweile gegen 30° warm war und somit schon sommerlich schön, versuchten wir in der nahegelegen Strandbeiz einen Platz zu ergattern, wo wir dann den Tauchtag bei einem Bierchen und Fischknusperli ausklingen liessen.

Martin