Erlebnisbericht Tauchweekend Fernpass- & Samarangersee · 19.–21. Juni 2026

Freitag, 19. Juni — Anreise & erster Tauchgang

Die individuellen Anreisen am Freitag verliefen so unterschiedlich wie die Teilnehmer selbst — die Einen gemütlich-strategisch und mit einem Tauchgang als Aperitif, die Anderen etwas weniger gemütlich, dafür pünktlich zum Abendessen.

Die Frühankömmlinge liessen es sich nämlich nicht nehmen, bereits am Freitagmorgen in den glasklaren Samarangersee einzutauchen. Vorsichtig formuliert: Man weiss, wie man einen Freitag richtig beginnt.

Zum Abendessen dann die grosse Reunion — alle Mitglieder vollzählig im herrlich gelegenen Schlosshotel Fernsteinsee. Tiroler Köstlichkeiten, gute Gesellschaft, und das Bewusstsein, dass der See schon wartet. Ein stimmungsvoller Abend nahm seinen Lauf.

Bonusprogramm um Mitternacht: Kurz vor dem Ende eines perfekten Abends beschloss die Hotelalarmanlage, ihren Funktionstest ausgerechnet dann durchzuführen, als alle bereits tief und fest schliefen. Feueralarm. Sämtliche Gäste verliessen das Hotel in ungekämmtem Zustand. Nach gründlicher Inspektion durch die Hotelbelegschaft folgte die erlösende Entwarnung: Fehlalarm. Niemand wurde geröstet, alle konnten wieder ins Bett — und so schliefen alle ein zweites Mal ein. Tiefer diesmal.

Samstag — Der grosse Tauchtag

Nach einem ausgiebigen Frühstück — das nach dem nächtlichen Abenteuer mehr als verdient war — stand der erste Tauchgang des Tages auf dem Programm.

Tauchgang 1, Samarangersee · 7 °C
Glasklares Wasser, versunkene Baumstämme, vereinzelte Artefakte — kurz gesagt: Unterwasser-Tirol at its best. Dass das Wasser dabei eine Temperatur von 7 Grad aufwies, sei nur am Rande erwähnt. Wer braucht schon Körperwärme, wenn die Sicht stimmt?

Tauchgang 2, Fernsteinsee · ~2 m Sicht
Den zweiten Tauchgang wagte die Gruppe im nahegelegenen Fernsteinsee. Das Gewitter vom Vorabend hatte allerdings seine Spuren hinterlassen — Sichtweite: knapp 2 Meter. Im Vergleich zum Samarangersee ein etwas ernüchterndes Erlebnis, aber hey: Man hat getaucht. Das zählt.

Tauchgang 3, Samarangersee · Sicht spitze!
Kluge Schlüsse wurden gezogen, und so kehrte man für den dritten und letzten Tauchgang des Tages dorthin zurück, wo die Welt noch in Ordnung ist: zurück in den Samarangersee. Wieder hervorragende Sichtweite, wieder Baumstämme, wieder das gute Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Der Abend klang gemütlich aus — mit Kaltgetränken, einem leckeren Nachtessen und dem kollektiven Wohlgefühl einer Gruppe, die weiss, was im Leben zählt.

Sonntag — Die Suche nach der Madonna

Heimreisetag. Die meisten Mitglieder packten ihre Sachen und machten sich auf den Heimweg — mit vollen Tauchlogbüchern und leicht klammen Neoprenanzügen im Gepäck.

Tauchgang 4, Samarangersee · Abschlusstauchgang
Direkt nach dem Auschecken aus dem Schlosshotel stand noch ein letzter Tauchgang der Gruppe auf dem Programm — natürlich im Samarangersee. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, zeigte sich der See auch am Sonntagmorgen von seiner besten Seite: hervorragende Sichtverhältnisse, kristallklares Wasser, ein würdiger Abschluss für ein gelungenes Wochenende. Man verabschiedete sich ordnungsgemäss von der Unterwasserwelt — bis zum nächsten Mal.

Nicht so Martin und Raphi. Die Beiden liessen es sich nicht nehmen, noch einen letzten Tauchgang im trüben Fernsteinsee zu absolvieren — auf der Suche nach der berühmt-berüchtigten Madonnenfigur, die tief unten im See ihr stilles Dasein fristen soll. Ausgerüstet mit Entschlossenheit und Optimismus tauchten sie ab.

Resultat: Die Madonna blieb, wo sie offenbar immer ist — unauffindbar. Martin und Raphi kamen unverrichteter Dinge wieder ans Ufer. Die Madonna: 1, Taucher: 0. Aber das ist kein Ende, das ist eine offene Rechnung.

Fazit
Alles in Allem ein rundum gelungenes Tauchweekend — mit traumhafter Kulisse, unterschiedlichen Sichtweiten, einem unfreiwilligen Mitternachtsausflug und jeder Menge persönlichem Austausch. Was will man mehr?

Ein herzliches Dankeschön an Andrea für die hervorragende Organisation — ohne dich wären wir wohl alle zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Seen gelandet. Und hätten uns nie gefunden. Oder zumindest die Madonna nicht gesucht.

Stephan Wittweiler